MUNIA-Klimafrühstück hinter Gittern (c) FCZB e.V. 2017Bienen züchten, Obst anbauen, Gemüse ernten – in der Anstaltsgärtnerei der Justizvollzugsanstalt Düppel achtet man auf ökologische Nachhaltigkeit. Genau die ist auch ein Querschnittsziel im Projekt MUNIA. Deswegen haben die Macherinnen ihre Kooperationspartner_innen Ende Juni zum Klimafrühstück in die JVA des Offenen Vollzugs nach Düppel eingeladen.

 

Auch wenn sie schon einiges Wissen über klimafreundliche Ernährung mitbrachten, ließen sich Vertreter_innen der Handwerkskammer, Jobcenter, Arbeitsagentur und Justiz den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz genauer erklären.

MUNIA-Klimafrühstück hinter Gittern. Johanna Lein von kate e.V. erklärt den Zusammenhang zwischen Ernährung und Treibgasen (c) FCZB e.V. 2017Referentin Johanna Lein vom Verein Kate e.V. (Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung) brachte die ganze Welt mit – in Form eines Globus und einer Plastiktüte.

Damit zeigte sie am „lebenden“ Beispiel, wie sich Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre anreichert, die Sonnenstrahlen hinein-, aber keine Wärme mehr hinauslässt.

CO2, das ist allgemein bekannt, wird größtenteils durch Verbrennen gebildet, z.B. von Kohle, Erdöl und -gas, in Automotoren, bei der Produktion von Plastik. Etwa ein Fünftel der Treibhausgase in Deutschland entstehen, wenn Lebensmittel erzeugt, verarbeitet, gelagert, transportiert, gekühlt und am heimischen Herd zubereitet werden.

Und damit waren die Teilnehmer_innen gleich beim Thema Ernährung. Viele Lebensmittel, die normalerweise auf dem Frühstückstisch stehen, sind verpackt (Abfallmenge).

Andere kommen das ganze Jahr aus aller Welt (Saisonalität) und haben lange Transportwege hinter sich (Regionalität).

Diese Kriterien sowie Anbauart (biologisch/konventionell) und Fleischkonsum (artgerechte Tierhaltung) spielen eine Rolle, ob ein Lebensmittel als klimafreundlich oder klimaunfreundlich bewertet wird.

Energiebilanz von Lebensmitteln

MUNIA-Klimafrühstück hinter Gittern (c) FCZB e.V. 2017 Um direkt vergleichen zu können, hatte Johanna Lein ein Frühstück ein kleines, aber ausreichendes Frühstück aus konventionell und biologisch angebauten Nahrungsmitteln bereitgestellt.

Doch nicht immer kann ein Lebensmittel so einfach zugeordnet werden. So kann ein Apfel vom Bodensee höhere Treibgasemissionen verursachen als sein Pendant, das per Schiff aus Neuseeland oder Chile zu uns kommt.

Denn die Lagerung der geernteten Äpfel von Oktober bis zum kommenden Frühjahr kostet Energie. Etwa im April kippt die Energiebilanz des deutschen Apfels. Ab dann ist es ökologisch sinnvoller, einen Bioapfel aus Australien zu kaufen als einen lange gelagerten Apfel aus Deutschland.

Ökologischer Anbau ist trotzdem eine gute Sache – auch in der JVA Düppel, die ihr Obst und Gemüse an die Öffentlichkeit verkauft. Leider landen die selbst erwirtschafteten Produkte aufgrund von Rechtsvorschriften nicht auf dem Teller der Inhaftierten. Sie bekommen das Essen aus der JVA Plötzensee geliefert.

MUNIA-Klimafrühstück hinter Gittern (c) FCZB e.V. 2017 Das MUNIA-Klimafrühstück dient dem Informationsaustausch und der Diskussion aller Kooperationspartner_innen über gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen, die mit der Arbeit im Vollzug zu tun haben.

 

Klimafrühstück hinter Gittern